Archiv der Kategorie 'Die kleine Welt des Sauerkraut'

Der Tag, an dem ich aufhörte Techno zu hören

Heipopei, Dumdilei, Partymachen, Schumdidum. Was gibt es eigentlich für Gründe ständig Party zu machen?
Einfach mal zu Hause bleiben, die Fresse halten und Asik Veysel hören. Der Text des folgenden Werkes wurde später auch noch mal von Tarkan, der übrigens auch ein Depp ist, für eine schreckliche Popversion verhunzt. Uzun Ince Bir Yoldayim heißt soviel wie Ich bin auf einem langen, schmalen Weg.

Der Mann hat, als er mit sieben Jahren durch Pocken erblindete und nachdem seine beiden Schwestern ebenfalls durch Pocken gestorben sind, von seinem Vater zum Trost eine Saz geschenkt bekommen. Wer zum Henker ist eigentlich Kalkbrenner?

Booooooooooooring.

Die verlorenen Ansichten eines Clowns

Seit gestern laufen in Berlin die, von der Heinrich-Boell-Stiftung organisierten „Israelischen Filmtage 2008″. Gezeigt werden über ein dutzend israelischer Filme verschiedenster Genre. Es lohnt sich wirklich vorbeizuschauen. Ich empfehle besonders:
- Flipping Out (Wehrdienstleistende, die danach nach Goa gehen und auf verschiedensten Drogen ausflippen)
- Close to Home ( Streife gehen und dabei Erwachsenwerden in Jerusalem)
und Sweet Mud (Nicht Klarkommen im Kibbuz 1974)

Filmtage

Meine wilde Kindheit

Mein Opa ist ein dicker, deutscher Mann. Er hat ein Boot, verbringt zusammen mit meiner Oma im Sommer die Hälfte seiner Zeit nackt am Kleingarten an seinem Steg an seinem Boot. Als Kind musste/ durfte ich dann immer nach Brandenburg mitfahren, mir im Sommer die bekannte „Havel-Bräune“ holen, früh Schwimmen, Tauchen und Boot fahren lernen. Natürlich immer nackt. Mit Beginn der Pubertät hatte ich natürliche keine Lust mehr meinen Körper den vollgefressenen Frührentnern zu zeigen, was von meinem Opa mit Schimpfereien quittiert wurde. Mein Opa war so lange ich denken konnte, eine Art Hilfspolizist an der Südseite des Sees. Er bestimmte maßgeblich, wann Feuer gemacht wurde, ob etwa „Wessis“ an freie Stege anlegen durften (durften sie natürlich nie) und ein Großteil der Kinder am See lernte bei ihm Schwimmen. „Der Dicke“, wie er familienextern genannt wurde, war intern ein ganz schöner Sack. Er schimpfte, meckerte und wütete. Mein kleiner Bruder musste sich viele schlimmere Meckereien gefallen lassen, denn er hatte niemals so viel Credibility wie ich bei meinem Opa. Die hatte ich mir bereits mit zwölf geholt. Als ich ihn, nach der Aufforderung ich solle doch noch mal Bier zum Lagerfeuerplatz mitbringen, einen „Eierkopp“ nannte, sprach er drei Monate nicht mehr mit seinem Enkel. Aber neben der ganzen Grässlichkeit, welche die Mikrovolksgemeinschaft der Brandenburger „Wassersportler“ bereithält, gab es nebenher auch Schönes. Ich konnte mit meiner Zwille im Wald auf Jagd gegen Bäume oder Sträucher gehen, klettern, früh mit meinem motorisierten Schlauchboot über den See brettern und mich all in all dabei verdammt cool fühlen. Nur mein Opa blieb immer ein skurriler Mann, was auch daran gelegen haben könnte, dass er schon um Elf Uhr früh zu seinem „Elfchen“ Rex Pils griff, um sich mit seinen nackten Kumpanen am See über das Wasserschutzamt, Wessis oder Ausländer aufzuregen. Und so lernte ich schon sehr früh den Ekel kennen. Meinem Rassistenopa habe ich es eigentlich zu verdanken, früh Antifaschist geworden zu sein.

Heute ist mein Opa immer noch nicht tot. Wie es mit solchen Leuten eben ist, leben die trotz exzessivem Saufen und Rauchen unglaublich lange. Mein Opa ist 73 und ich frage mich, ob ich irgendwann traurig sein werde, wenn er mal nicht mehr ist.

Ein Schmankerl‘ noch dazu: Sehr alt zwar, aber eine der schönsten und lustigsten Indymedia Artikelergänzungen

„arbeit.arbeit“

Arbeiten ist doof. Wenn dem nicht so wäre, hieße es ja Spaß haben oder Liebe machen oder so. Jeden Tag gehe ich 7 Stunden in ein Büro, sitze dort ca. 5,5 Stunden vor einem PC und tue so als wenn ich arbeite. Den größten Teil der Arbeitszeit verbringe ich viel lieber mit Surfen. Hier gibt es nämlich eine 16000KB Verbindung. Was geil ist: Ich spiele Endless Zombie Rampage, surfe auf den Seiten aller großen Zeitungen und nebenbei lese ich jetzt den ganzen Germanophobia Blog von damals nach früher. Das macht zwar ein wenig Spaß, ist aber trotzdem langweilig. Mal sehen, wie lange ich noch so weiter machen kann. Heute jedenfalls sind es nur noch 154 Minuten, bis ich nach Hause gehen kann und dann dort wieder ins Internet gehen kann.
Um es mit Barney Gumble zu sagen: „Oh mein Gott INTERNET: Schließt es mir gleich an die Venen an.“

Who knows?

Aus welchem Film ostberliner Tristesse stammt dieses Lied?

Alles Kaese…

Eine grell-bunte, goa-klingende und Esoterik-streuende Kifferindustrie verhunzt die von kleinen Gassen, alten Haeuserfassaden und weidengesaeumten Grachten gepraegte Innenstadt. Selten so viele Gegenstaende auf einen Haufen gesehen, die der Frage „Produkte die, die Menschheit braucht?“ so sehr entsprechen. Alle sind stoned. Und es scheint, als waere die gut konditionierte, jugendliche Avantgarde der europaeischen Kiffer hier der bestimmende Faktor fuer die „gentrification“. Ich kann jetzt schon den Geruch von Gras und den Anblick von entbloessten Bruesten nicht mehr ertragen. Das ist alles graesslich und furchtbar anstrengend. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu bekifft.

Der kleine Maulwurf…

geht manchmal auf Reisen. Genau wie ich, denn ich verlasse seit nunmehr über einem Jahr endlich mal wieder diesen Staat. Amsterdam erwartet mich. Ich werde zurückkommen mit hübschen Fotos und netten Geschichten, vielleicht auch mit einem kleinen Maulwurf.

Maulwürfe können natürlich gar nicht mit Heißluftballons rumfliegen.

„Bangemachen gilt nicht.“

Das Erreichen des höchsten Schulbildungssgrads geht bei mir seit einigen Wochen einher mit dem höchsten Grad an Assigkeit. Ich komme nicht mehr aus dieser ganzen Jogginghosen/ Axelshirtnummer heraus, die Sachen scheinen festzukleben. Morgens, also gegen 14 Uhr, bringe ich Flaschen vom Wochenende weg, surfe ein paar Stunden, lese ein bisschen und gehe dann abends aus oder gucke Fussball. Ich will ja nicht diesen universellen Befindlichkeitsterror voranbringen, aber irgendwie fühle ich mich unwohl. Wie soll ich mich jemals an ein geregeltes Lohnarbeitsleben gewöhnen? Meine Mutter, die komischerweise immer noch bei mir wohnt, macht seit einiger Zeit kontinuierliche Ansprachen, die überwiegend aus Moralpredigten und Drohungen mir das Taschengeld zu streichen, bestehen. Wir müssen hier raus!

Dazu ein weiterer Hit der DDR Volksmusik (Damit nerve ich wahrscheinlich noch ein paar Wochen.):

Tipps für heute Abend:
Spanien- Russland 2:1
Griechenland- Schweden 3:3 (Bis jetzt habe ich noch kein einziges Ergebnis richtig getippt, aber mehrfach Tendenz richtig; und das Beste: Holland wird Europameister!)

Traumbewältigungstherapeuten dieser Welt-

rettet mich!
Gerade eben wache ich wahrhaftig schweißgebadet und mit Liegestellen im Gesicht auf- ein Albtraum unterster Kategorie, wie ich schon lange keinen mehr gehabt hatte.

Ich bin mit allen meinen Freunden und Mitschülern in einer Art riesigem Ferienlager. Die abendliche Jugenddisko soll bald starten und ich fummle, technisch unversiert wie ich bin, an der Anlage rum, um den Klang zu verbessern. Irgendwann kommt meine Ex-Freundin mit ihrem Neuen, der sich, mich grenzdebil angrinsend, vors DJ Pult stellt. Sie kommt zu mir, küsst mir auf die Stirn und fragt, ob alles in Ordnung sei. Ich sage ja, meine nein, flippe aus und verlasse das Geschehen. Mit einer Säge (genauer einem Fuchsschwanz mit hölzernem Griff) in der Hand gehe ich übers Gelände, vorbei an Kaffeebuden, Würstchenständen und den ortsansässigen Alkoholikern. Danach durch ein volles Einkaufzentrum und ich versuche mich durch eine indische Hochzeits- oder Feiergesellschaft zu schlängeln. Sie lassen mich nicht durch, rempeln mich an. Als ich endlich vorbei bin, verfolgt mich einer von ihnen. Ich beschimpfe ihn rassistisch und hole die Säge aus meiner Jackeninnentasche. Wir beginnen eine körperliche Ausseinandersetzung, in deren Verlauf 1. ich ihn immer wieder versuche mit der Säge zu schlagen und schneiden 2. wir uns einem Zirkuszelt nähern. Die Zeltaußenwand ist schnell aufgeschnitten, wir verlagern unseren Kampf ins Innere, hinter uns lauert ein weißer Löwe. Die Säge fällt mir aus der Hand, er steht über mir, sagt ich sei ein Versager, er ein indischer Prinz. Er lässt mich allein zurück, ich drehe mich um und sehe den Löwen näher kommen.
Und wache auf.

Exfreundin, Säge, weißer Löwe, DJ Pult, Zirkuszelt, indische Hochzeitsgesellschaft, Rassismus: Was verdammt nochmal wollte mir mein Unterbewusstsein damit gerade eben sagen?

Edit: Jetzt auch schnell wieder ins Bettchen- denn morgen früh wartet meine Ossinazistalinistinenglischlehrin und mit ihr eine mündliche (und hoffentlich letzte) Abiturprüfung auf mich.
Edit2: Abstimmen!