Archiv für Mai 2008

Traumbewältigungstherapeuten dieser Welt-

rettet mich!
Gerade eben wache ich wahrhaftig schweißgebadet und mit Liegestellen im Gesicht auf- ein Albtraum unterster Kategorie, wie ich schon lange keinen mehr gehabt hatte.

Ich bin mit allen meinen Freunden und Mitschülern in einer Art riesigem Ferienlager. Die abendliche Jugenddisko soll bald starten und ich fummle, technisch unversiert wie ich bin, an der Anlage rum, um den Klang zu verbessern. Irgendwann kommt meine Ex-Freundin mit ihrem Neuen, der sich, mich grenzdebil angrinsend, vors DJ Pult stellt. Sie kommt zu mir, küsst mir auf die Stirn und fragt, ob alles in Ordnung sei. Ich sage ja, meine nein, flippe aus und verlasse das Geschehen. Mit einer Säge (genauer einem Fuchsschwanz mit hölzernem Griff) in der Hand gehe ich übers Gelände, vorbei an Kaffeebuden, Würstchenständen und den ortsansässigen Alkoholikern. Danach durch ein volles Einkaufzentrum und ich versuche mich durch eine indische Hochzeits- oder Feiergesellschaft zu schlängeln. Sie lassen mich nicht durch, rempeln mich an. Als ich endlich vorbei bin, verfolgt mich einer von ihnen. Ich beschimpfe ihn rassistisch und hole die Säge aus meiner Jackeninnentasche. Wir beginnen eine körperliche Ausseinandersetzung, in deren Verlauf 1. ich ihn immer wieder versuche mit der Säge zu schlagen und schneiden 2. wir uns einem Zirkuszelt nähern. Die Zeltaußenwand ist schnell aufgeschnitten, wir verlagern unseren Kampf ins Innere, hinter uns lauert ein weißer Löwe. Die Säge fällt mir aus der Hand, er steht über mir, sagt ich sei ein Versager, er ein indischer Prinz. Er lässt mich allein zurück, ich drehe mich um und sehe den Löwen näher kommen.
Und wache auf.

Exfreundin, Säge, weißer Löwe, DJ Pult, Zirkuszelt, indische Hochzeitsgesellschaft, Rassismus: Was verdammt nochmal wollte mir mein Unterbewusstsein damit gerade eben sagen?

Edit: Jetzt auch schnell wieder ins Bettchen- denn morgen früh wartet meine Ossinazistalinistinenglischlehrin und mit ihr eine mündliche (und hoffentlich letzte) Abiturprüfung auf mich.
Edit2: Abstimmen!

It’s senseless- I love it!

Flubber (flying rubber)

Ein Flummi ist ein Ding von eigener Materialität. Das ist zweifelsohne eine ziemlich sinnlose Beschreibung, wo wir wieder beim Flummi wären: Denn was ist eine sinnlosere Vernutzung fossiler Energie als ein springender Gummiball? Jedem Kind wird nach kürzester Zeit langweilig beim Flummispielen. Ob allein oder gemeinsam genutzt, bleibt der Flummi unter dem zu erwartenden Spaßfaktor. Flummis sind die überflüssigsten Gegenstände unserer Zeit. Sie geben ihre kinetische Energie nur wenig an die Aufprallfläche ab und behalten dadurch die Schnellkraft. Dabei ergeben sich interessante Konstellationen aus Sprungkraft als Folge der Elastizität und Änderung des Drehimpulses bei jedem Kontakt: Wie langweilig. Aber irgendwie, irgendwann, irgendwo sind sie dann doch symphatisch: die fliegenden Gummis. Richtig und in großer Menge inszeniert von pseudokreativen Menschen wird selbst die materialisierte Sinnlosigkeit zu einem ästethischen Erlebnis.

Wenn: dann. aber wenn: dann auch.

Edit:
Vielen Dank für heute mehr Besucher als jemals zuvor in der Geschichte dieses Projekts.(hui, wie Projekt klingt), Ein besonderer Dank gilt dem Menschen, der mich dreimal bei Google mit „sauerkraut eier blog“ gesucht und gefunden hat.

Zeltplatzmomente

Tapete hat hier ein inoffizielles Stöckchen verteilt. Ich nehm das mal an und gebe es auch gleich an im*moment*vorbei weiter.

1) Kiffen im Sechserzelt, das Herumspielen mit den 3 inneren Kammern und dem immer wieder inhalierten Rauch (durch geschlossene Eingänge) führten zu einer verstärkten Wirkung und nächtlicher Unruhe.
2) Zelt aus Versehen auf einen kleinen Ameisenhaufen gebaut, ein weiteres Mal unruhige Nacht und 56 Todesopfer.
3) Mastrubieren im Igluzelt, mutmaßen, dass man vielleicht von draußen das Zelt leicht wackeln sieht. Die vorsichtige Nachfrage besorgter Zeltnachbarn nach dem eigenen Wohlbefinden bestätigte meine Vermutung.
4) Finger zwischen Mückenschutz und Eingang eingeklemmt.
5) Geweckt werden vom bröckligen Reizhusten des Zeltnachbarn. An die falsche Person kuscheln.

Edit: deadrat jetzt offensichtlich richtig tot. schade eigentlich. eigentlich.
Edit2: Das Bierdoppel Drohsel-Kipping ist dieses Wochenende mit einem sehr legeren, persönlichen Interview in der Berliner Zeitung vertreten. Sehr lesenswert!

Massive Einschlafschwierigkeiten

Es wurmt mich, ich bin mir sicher: Folgendes Zitat stammt aus einem Film, aber wo verdammt war das nochmal?
„Gefälschte Entschuldigungen muss man falten.“

sagte…

„Ich will drei Goldfische haben: Denn ich will meinen Goldfisch in einem runden Glas haben. Das ist viel zu eng und deswegen wird einfach jeden Tag der Fisch im Rundglas gewechselt.“

Quit playing games with my heart!

Manchmal ist das Leben so aufregend, das einem glatt das Herz stehen bleibt. Oder man zumindest das Gefühl hat, dem wäre so. Ich war noch nie ein Misanthroph, eher bekomme ich Depressionen, wenn ich 2 Tage keine Menschen gesehen habe. Nach einem äußerst unangenehmen Erlebnis weiß ich menschliche Nähe, zarte Berührungen und Händchenhalten in Taxen(die sich im Besitz von kettenrauchenden Holländern befinden) mehr zu schätzen, als ich mir hätte vorstellen können. Um für eine solche Erfahrung dankbar zu sein, ist es noch zu früh, nicht aber zum Danke sagen. Denn dafür ist es selten zu früh.

Überschrift ist natürlich wiedermal geklaut, nämlich aus diesem BSB-Track. Eine Frage, die ich mir schon länger stelle und die du als Teil meiner kommentierfaulen Leserschaft hoffentlich/vielleicht beantworten kannst:
Warum haben Brian und Nick, die unangefochtenen Lieblingsbackstreetboys (von bestimmt 90% der Fans) im Video als einzige ihr T-shirt an?

schon wieder zerrissen.

siehe auch da unten

Kritik des deadrat-blogs goes acoustic

Radikale Party im Zentrum progressiv-fortschrittlicher Kritik kann manchmal sehr ermüdend sein. Aber was wären Max& Moritz ohne Lehrer Lämpel, die Teenage Mutant Hero Turtles ohne Splinter oder Luke Skywalker ohne Yoda? Einer muss ja den Finger erheben und uns belehrend in die Schranken weisen, eines Tages werden auch wir es verstehen können, dass wir alle nur verkappte Sozialdemokraten sind.

Für mehr Phrasendrescherei! Für mehr Kritiksoaps der kritischen Kritik! Für mehr Diskussion im imaginierten Handgemenge! Für mehr deadrat! (Achtung! Link enthält eine tote Ratte!)

Keine Lyrik

Die Weltgesellschaft wir immer komplizierter, immer schwerer zu durchschauen. Ein sich selbst hackender Wert in einer ewigen, entelechischen Schleife der Unsinnigkeit. Pardon. Alles geht den Bach runter etc. pp. Passend dazu Tetris Type C. Eine 13. Symphonie, geschrieben für die Plastikspielplätze Freiburgs und den Kapitalismus. Wunderlich und wunderbar.

Der Herr würfelt nicht/ Tetris in der Platte