Archiv für April 2008

vanity fair of blockheadedness

Einer der wenigen Menschen, denen man rasch vorranschreitende Demenz und Bettlägerigkeit von vollem Herzen wünscht, darf seine Geschichtchen vorerst wieder der grauen Gefängnismauer erzählen. Völlig zu Recht muss der alte Sack und Nazi Horst Mahler für seine Äußerungen während eines Interviews für das Magazin „Vanity Fair“ 10 Monate hinter schwedische Gardinen. Auch wenn den falschen Einschätzungen (bzgl. der Bedeutung Mahlers) und der Rotistbraun-Ideologie des Magazins Rechnung getragen werden muss, ist der „Vanity Fair“ für die detaillierte, sezierte Innenansicht eines durch und durch verrückten, paranoiden Verschwörungsantisemiten zu danken.
Meine Lieblingsstelle im Interview:
H.M.
Zum Beispiel, wenn ich jetzt sage: „Heil Hitler, Herr Friedman“, bringt mir das sicherlich wieder eine Anzeige ein.

M.F.
Sie können sicher sein, dass Ihnen das eine Anzeige bringt.

Nelson sagt: „HA HA!“ zu friedbert

oder Rache für den Palast!
Nelson says

Tja knapp daneben ist auch vorbei.

Wer Menschen mit Tieren vergleicht…

Inspiriert von Reinhard Öhls „Apfel“ und Justus Wertmüllers Haaren

Kein Glück im Winkel

Auf einer Wanderung (Eduard Mörike)

In ein freundliches Städtchen tret ich ein,
In den Straßen liegt roter Abendschein.
Aus einem offnen Fenster eben,
Über den reichsten Blumenflor
Hinweg, hört man Goldglockentöne schweben
Und eine Stimme scheint ein Nachtigallenchor,
Daß die Blüten beben,
Daß die Lüfte leben,
Daß in höherem Rot die Rosen leuchten vor.
[…]

Dazu Adorno:
„Es gibt das Gefühl der Wärme und Geborgenheit im Engen und ist doch zugleich ein Werk des hohen Stils, nicht von Gemütlichkeit und Behaglichkeit verschandelt, nicht sentimental die Enge gegen die Weite preisend, kein Glück im Winkel. Die rudimentäre Fabel und die Sprache helfen gleichermaßen eine kunstvolle Balance zwischen der Utopie der Nächstennähe und der äußersten Ferne zu stiften.“

Aus dieser guten, aber alten Dokumentation über die Frankfurter Schule respektive Adorno geklaut:


Allen armen Gestalten, die heute ihr Deutschabitur geschrieben haben, gewidmet.

Zombies leben länger…

..sagen Manche, die meistens ihren Tolkien nicht gelesen haben und gar nicht wissen, dass Zombies weder leben noch tot sind. Was ein merkwürdiger Zustand sein muss, irgendwie lustig. Genauso wie Beppo, der lachen musste als ihm bewusst wurde, wie unsinnig es ist, sich mit einem Beil das Bein abzuhacken. Er hatte eine Sphäre erreicht, die weder Spaß noch Ernst für ihn bereit hielt. Dieser furchtbare, allgegenwärtige Zwischenstatus ist es, der mich irgendwann in einen noch größeren Wahnsinn treiben wird, als ich ohnehin schon verfallen bin. Ich bin zerrissen. Mich zusammenreißen fällt schwer und zu allem Überfluss wird Bayern wieder Meister. Zwischen allen Stühlen lässt es sich blöd sitzen und das merke nicht nur ich, sondern auch bald DU.