Archiv für Mai 2007

Dany’s Shop für große Babys

Im malerischen Nordfriedrichshain, der mit ehemaligen SchlachthöfenundjetztErholungsparks genauso überzeugt wie mit einer hohen Frequenz von abgefackelten Mercedeswagen, liegt in der Nähe der 200 Jahre alten Samariterkirche ein kleiner Laden. Ein einfaches, weißes Schild beschreibt ihn als „Danys Exquisit Shop“, aus dem nicht klar wird, was genau dort verkauft wird. Erst ein genauerer Blick in die Schaufenster vertreibt die Unwissenheit der Bertrachtenden. Diverse riesige Windeln und Schnuller, Plastiksäcke, Anzüge, sowie Schläuche und andere Utensilien für die anale Stimulation lassen erkennen, dass es sich um ein Geschäft für Babyfetischisten handelt. Dabei geht es nicht um Babys an sich, sondern um den Identitätswechsel in ein imaginäres „großes Baby.“ Wer weiß, wie genau diese Form des Fetischismus heisst, bei der man sich als Baby verkleidet, der möge das bitte kommentieren.



Zurück zum Barock

Für alle, die es sich vorgenommen haben nach Rostock respektive Heiligendamm zu fahren, wäre die alte Hardcore-Punker Prämisse sich nicht zu waschen, angebracht um Repressionen zu entgehen. Nur mit einem erheblich veränderten Eigenduft werden die bösen Bullen- Wauwis potenzielle Straftäter, sprich alle Demonstranten, nicht erkennen können. Höchstwahrscheinlich wird das zu einem Stinkeduell zwischen Sesselpupern und Dammbrechern führen und der Klimawandel weiter beschleunigt, schlimmschlimm.

P.S. Aus Insiderinformationen weiß ich, dass andere müde darüber lächeln. Ich freu mich trotzdem: Gestern hatte ich das erste mal über 100 Refers.

Spam aka „Warum kommentiert hier eigentlich keine Sau mehr?“

„Mach da nisch so ville Pfeffer rein!“

Hier entnommen.

Das ist alles überhaupt nicht lustig!

weitere audiovisuelle Aufrufe rund um das G8 Treffen(alles unverbindliche Empfehlungen von Sauerkraut):

1. Gegen den Naziaufmarsch am 2.Juni in Schwerin
2. Hedonistisch den G8 wegbassen!
3. Sich komisch bewegen mit Move-against-G8
4. Sesselpupen mit guter theoretischer Erläuterung

Bäumchen, Bäumchen wechsel‘ dich

Eingabe: 13.05.2007 – 19:10 Uhr
Personen im Park kontrolliert
Lichtenberg
# 1380

Polizisten kontrollierten gegen 14 Uhr 55 ca. 20 Personen in der Grünanlage „Parkaue“ in Lichtenberg. Die Ermittler beobachtete die Gruppe zuvor dabei, wie diese Vorgehensweisen gegen Polizisten im Einsatz trainierten. Es wurden offensichtlich Sitzblockaden und direkte Angriffe gegen Andere, die eine Personenkette bildeten, geübt. Von allen Beteiligten wurden die Personalien festgestellt. Festgenommen wurde niemand.

Eingabe: 14.05.2007 – 16:25 Uhr
Keine Straftat in der „Parkaue“
Lichtenberg
# 1391

Der Vorfall gestern Nachmittag in der Parkaue in Lichtenberg hat keine polizeilichen Konsequenzen für die Beteiligten. Die bei dem Einsatz sichergestellten Handys, mit denen Polizeibeamte fotografiert worden waren, werden umgehend herausgegeben. Außerdem werden die aufgenommenen Personalien und sonstige in diesem Zusammenhang erhobenen Daten aus den Polizeibeständen gelöscht.
Wie berichtet hatten Beamte gestern gegen 15 Uhr etwa 20 Personen in der Grünanlage beobachtet, die sich bei einem sogenannten „Aktionstraining – Gipfel warm up“ augenscheinlich aggressiv und gewalttätig gegenübertraten. Anscheinend wurde die Durchführung von Blockaden geübt und in diesem Zusammenhang auch trainiert, wie man sich gegen einschreitende Polizeibeamte mittels Tritt- und Schlagtechniken zur Wehr setzen kann.
Die Beamten hatten daraufhin die Teilnehmer überprüft und ihre Personalien festgestellt. Festgenommen wurde niemand.
Da ein solches Training nicht strafbar ist und auch noch keine hinreichend konkrete Gefahr begründet, waren die personenbezogenen Daten zu löschen und die sichergestellten Gegenstände herauszugeben.

Siehe auch: Berliner Kurier von gestern

Ich, das erste Mal gemalt.

A screaming comes across the sky…

Der 8.Mai 2007 ist ein besonderer Tag, denn heute wird Thomas Pynchon 70 Jahre alt. Grund genug ihm zu gratulieren und allen, die ihn noch nicht kennen, zu empfehlen das dringend zu ändern.

pynchon bei den simpsons

Ansonsten gibt es natürlich noch ein anderes wichtiges Datum: Das 62jährige Jubiläum der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands.

Es folgt: Die totale Unterwerfung

Mit 14 Jahren hörte ich bevorzugt hingerotzten Deutsch-Punk. Terrorgruppe, Ärzte, Toten Hosen, SPN-X, Dritte Wahl, Slime und nicht zuletzt WIZO, waren meine Helden. Schon allein an der Auswahl der eher halben Punkrockbands lässt sich erahnen, dass ich nie so wirklich dabei war. Meine Springerstiefel hat zur Hälfte meine Oma finanziert, meine Mutter mir regelmäßig den Iro umgefärbt. Ich habe nur 3 mal in meiner gesamten Punkerzeit geschnorrt und das war zeitlich vor dem Sportunterricht, örtlich vor der chinesischen Botschaft neben den AktivistInnen von Qui- Gong. Mein Punkerleben war nie sonderlich gefährlich, ich habe nie auf die Fresse bekommen, aber das Liedgut habe ich trotzdem mitgesungen, als wäre ich nicht der Pseudo, den manche mich nannten. Die Band Wizo, die sich 2005 auflöste wuchs mir mit der Krächzstimme von Axel Kurth und den polemischen, teilweise intelligenten Texten schon früh ans Herz. Ein Lied handelte davon, dass das literarische Ich, nach eigener Aussage mit irgendjemandem/ irgendetwas ein Bier trinken war. Begonnen hat das Stück mit den Worten „Damals irgendwo in Ägypten…“ einer der ausschlaggebenden Gründe, weswegen ich besonders dieses Lied mit meinem zarten 14 Jahren und den in Luxor chlorgebleichten-blonden Irokesen, so liebte. Ich summte immer fröhlich vor mich hin, wenn niemand in unserem 3 1/2 Sternehotelzimmer war, sang ich auch laut. Ich verstand, wie so oft bei Punkbands, einzelne Satzfragmente nicht. So auch hier, zweifelsohne musste es sich um eine Band handeln, dass erschloss sich mir aus dem restlichen Inhalt, aber weiter als „und ich hab mit Tocoghdshsfg Bier getrunken“ verstand ich nichts.

Zweieinhalb Jahre später hörte ich auf einer antideutschen Demonstration (mit Vollbeflaggung) durch Lichtenberg das erste Mal „Aber hier leben nein Danke“ von Tocotronic. Und ich verliebte mich sofort. Innerhalb der letzte 2 Jahre habe ich alle Alben zweihunderttausend mal durchgehört und habe nur für diese Band wirkliche Fan-extremisten-ambitionen. Zweifelsohne nicht mit Verfolgen und zujedemkonzertfahren, aber empfindlich getroffen bin ich schon, wenn jemand was gegen Tocotronic sagt. Heute verstehe ich auch, mit wem der WIZO Sänger ein Bier getrunken hat, warum Michael Ende genauso scheiße ist wie Samstage und auch ansonsten bin ich ausgeglichener.
Am 6.Juli 2007 erscheint das neue Album „Kapitulation“ und Tocotronic hat jetzt schon gepunktet, wenn sie in ihrem Manifest feststellen:
„Kapitulation.
Kapitulation, das schönste Wort in deutscher Sprache.“

Zusatz:

Dumm, Dümmer, Marzahn!